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Provozierte Orientierungslosigkeit: Installationen von Christl Mudrak und Jon Moscow
© LoBe Gallery Berlin
Kunst - Freitag, 21. Januar 2011 (ganztägig) - Sonntag, 6. März 2011 (ganztägig)

Provozierte Orientierungslosigkeit: Installationen von Christl Mudrak und Jon Moscow

von anna.

Kunst im Wedding! Noch bis zum 6. März stellt die LoBe Gallery in ihrer aktuellen Ausstellung Installationen von Jon Moscow und Christl Mudrak aus. Beide Arbeiten spielen mit dem Motiv der Orientierung im Raum, provozieren eine kurzfristige Orientierungslosigkeit des Betrachters. Der von Christl Mudrak gestaltete Kakteenraum lässt die Dimensionen Raum und Entfernung verschwimmen, hat beim Betreten zunächst eine paralysierende Wirkung: Ein mit Kakteen bestückter Raum, komplett mit einer schwarzen Spirale ausgemalt.

Christl Mudrak studierte freie Kunst in Berlin, St. Petersburg und Paris, am Londoner Goldsmith College machte sie ihren Master of Fine Arts. Sie lebt und arbeitet in Berlin, Erbach, Zürich und Prag. Im Gespräch erzählt sie von der Idee zu dieser Arbeit.

Was war die Idee zu diesem Raum? Wieso die schwarz-weiße Spirale?

Ich habe quasi mein Atellier transferiert. So wie dieser Raum sieht mein Atellier aus. In so einem Raum male ich meine Bilder und Objekte.

Wird dir nicht schwindelig?

(Lachend) Nein! Für mich ist es so: Ich möchte einfach diesen Raum ausblenden. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich auf meine Bilder einfach alles draufsetze. Man muss als Künstler immer alles in ein Bild reinpacken. Ich wollte einfach anfangen meine Bilder zu entlehren. Deshalb habe ich angefangen, dem Raum schon eine malerische Schicht zu geben. Dann habe ich weiße Bilder reingesetzt, die im Grunde das Komplementär zum normalen Atellier sind – normalerweise ist die Wand weiß und auf das Bild kommt etwas rauf. Ich wollte im Grunde möglichst einfache Lösungen für Bilder finden.

Du meinst, dass wenn der Raum schon opulent ist, die Bilder die dort entstehen, karger werden?

Ja. Ich habe einfach gemerkt, dass ich dann nicht mehr so viel in die Bilder reinpacke, dass die Bilder einfacher werden. Ich finde die Bilder bekommen in einer Weise etwas vom Raum ab. Vielleicht kann man sagen, durch diese Arbeitsweise ist dann nur eine Idee drauf. Sonst addiert sich viel in einem Bild. So aber habe ich nicht mehr das Bedürfnis, immer noch mehr dazuzugeben und wieder und wieder eine neue Schicht draufzugeben. Seit September 2009 sieht mein Atellier nun so aus. Das wollte ich für zwei oder drei Jahre so lassen.

Könntest Du Dir auch vorstellen, in einer so bemalten Wohnung zu leben?

Zuerst habe ich Leute in solchen Räumen wohnen lassen, ich hatte in London ein kleines Zimmerchen. Dann wollte ich nur darin arbeiten.

Kürzlich war ich in Gran Canaria und durfte in einer Höhle wohnen. Ich habe den Besitzer dieser Höhle gefragt, ob es auch Höhlen gibt, in denen man Malen dürfe. Er stimmte sofort zu. Nachdem ich die erste Höhle ausgemalt hatte, war er so begeistert, dass er mich bat, die weiteren vier Höhlen, die er besitzt auszumalen. Jetzt hat es mich gepackt, das auch zu machen. Momentan bin ich dabei, meine Wohnung komplett auszumalen.

Eigentlich bist du Malerin. Wie passt das zum LoBe, das in erster Linie Installationen zeigt?

Ich versuche mit meiner Malerei alles zu überdecken. Im Grunde möchte ich überall einmal gewesen sein. Deshalb war es für mich auch so: Nicht von einem Punkt zum anderen gehen, sondern es muss über die Spirale gehen.

Ist die Spirale ansatzlos gemalt?

Ja. Ich habe den Raum komplett zugemacht und die Fenster abgedeckt. Die Heizungen musste ich offen lassen, alleine aus pragmatischen Gesichtspunkten. Die Hocker habe ich nachträglich reingestellt und an den Boden adaptiert, darunter ist der Boden bemalt.

Und sind das alles deine Kakteen?

Naja. Ich habe sie nicht alle großgezogen, aber ich habe sie alle gefunden.

 

Die Ausstellung von Christl Mudrak und Jon Moscow in der LoBe Gallery ist noch bis zum 6. März zu sehen.

Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag 14 – 18 Uhr oder nach Absprache.

Freitag, 21. Januar 2011 (ganztägig) - Sonntag, 6. März 2011 (ganztägig)
Scherer Strasse 7 13347 Berlin

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