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Cady Noland und Santiago Sierra
Foto: we-make-money-not-art, Quelle Lizenz: Creative Commons (cc)
Kunst - Samstag, 30. April 2011 - 12:00 - Freitag, 29. Juli 2011 - 18:00

Cady Noland und Santiago Sierra

von Elke
Cady Noland und Santiago Sierra Berlin. Zwei Künstler, eine aus den USA, der andere gebürtig aus Spanien, die doch eine Sache in ihrer Kunst vereint: der gesellschaftskritische Blick in ihren Werken.

Vom 30. April bis 29. Juli 2011 zeigt die Galerie KOW Mitte Arbeiten der US-amerikanischen Fotografin und Installationskünstlerin Cady Noland sowie des in Mexiko-Stadt lebenden Konzeptkünstlers Santiago Sierra.

Während Noland die gewaltvolle Geschichte des weißen Amerika rekapituliert und hinterfragt, zeigt Sierra die Techniken sozialer Repression auf, beide mit dem Ziel die moralische Maskierung und Vertuschung zu dekonstruieren. Gemäß Noland war und ist Gewalt ein fester Bestandteil der weißen Geschichte Amerikas: von der historischen Landnahme über soziale Ausschlussmechanismen bis zu der aggressiven Medienindustrie der heutigen Zeit. Obgleich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung Gewalt verdrängt oder vertuscht würde, wäre sie dennoch allgegenwärtig, etwa in der sozialen und emotionalen Ausbeutung aus den Schwächen anderer Menschen. Wer daraus Profit zieht, ist der Stärkere, das ist längst zu einer kulturellen Norm geworden.

Sierra dagegen geht es um die Sabotage genau dieser entstandenen, unausgesprochenen Norm. Unverhüllt demonstriert er die Techniken sozialer Repression und hat damit schon oft für Verstörung und Unverständnis unter den Betrachtern geführt. Ohne die Menschen zu entschuldigen oder zu kritisieren, die den Menschen Gewalt antun, transportiert er die Opfer dieser Gewalt in den Kunstraum und erlaubt ihnen aus ihrer Schattenwelt, die die Gesellschaft für sie vorgesehen hat, vorzutreten. So lässt er beispielsweise einen von Schuldkomplexen gebeutelten Kriegsveteranen in einer Ecke stehen, der wie üblich nur einen geringen Lohn erhält. Obgleich er diese sozialen Ungerechtigkeiten aufdeckt und vorführt, verweigert er der dem Publikum aber die Absolution der kritischen Kunst, die zwar aufdeckt, dem aber scheinbar machtlos gegenüber steht. Kunst ist bei Sierra kein über die Verhältnisse erhabener Ort.

Besonderes Ereignis: Am 1. Mai 2011 werden um 14 Uhr die im Hof der Galerie von Arbeitern errichteten Buchstaben wieder zerstört.
 
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag: 12-18 Uhr
Samstag, 30. April 2011 - 12:00 - Freitag, 29. Juli 2011 - 18:00
Brunnenstraße 9 10119 Berlin

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