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Kiki Blofeld und Maria - das große Sterben an der Spree
© 96dpi, Quelle Lizenz: cc (Creative Commons)

Kiki Blofeld und Maria - das große Sterben an der Spree

Gentrifizierung Berlin Kurz vor Jahresende geht nochmal ein Feuerwerk an schlechten Nachrichten. Nachdem zuletzt noch das Icon kurzfristige Rettung bekannt geben konnte, und drei Gebäuden des RAW-Tempels im Dezember sogar ein Nutzungsvertrag bis 2019 eingeräumt wurde, verkündeten nun sowohl Kiki Blofeld als auch Maria am Ostbahnhof auf ihren Seiten, dass es ihnen 2011 vermutlich an den Kragen gehen wird. So schreiben die Betreiber des Spreestrandgartens Kiki Blofeld, das Areal sei unter der Hand und ohne Wissen der momentanen Nutzer an private Investoren der Gruppe "die Zusammenarbeiter" verkauft worden, die sich nun dort in neu zu bauenden Townhäusern wohnlich einrichten wollten.

Bei allen Investitionen, die von Seiten des Kiki Blofeld betrieben wurden, um das Gelände zu dem zu machen, was es heute ist, nämlich ein Rückzugsort für alle Berliner, fühlen sich die Betreiber verständlicherweise vor den Kopf gestoßen, dass sie in die Verhandlungen nicht einmal mit einbezogen wurden, eine letzte öffentliche Ausschreibung durch den Vermieter, die Bundesagentur für Immobilienaufgaben, des Geländes ausblieb. "Seit 2008 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, vermutlich und seltsamer Weise, kurzer Hand eine Kaufoption an eine Baugruppe namens „die Zusammenarbeiter“ verkauft, ohne es auszuschreiben. Diese hat es in dem ersten Jahr der Option nicht geschafft, das Gelände zu kaufen. Die Option wurde einfach verlängert."

Vonseiten der Maria am Ostbahnhof heißt es in der Veranstaltungsankündigung zum Katerfrühstück am 1. Januar nur sehr knapp, man solle die letzten Veranstaltungstage nutzen. Ob das vager Pessimismus oder konkreter Hinweis ist, dazu finden sich auf der Homepage keine Informationen, nach der bereits im April letzten Jahres ausgesprochenen Drohung scheint die Vermutung, dass es 2011 nun trotz Megaspree-Protesten im Sommer auch diesem Club final die Tür gehen könnte nicht allzu weit hergeholt. Die Maria ist Umzüge gewöhnt, der Club zog bereits nach der Sprengung des alten Gebäudes ans Ufer, möglich also, dass dem nun folgenden Rausschmiss eine neue Maria folgen wird: an einem anderen Ort, spreeauf, spreeab.

Der Immobilienausverkauf von Seiten der Stadt scheint nicht weiter verwunderlich, wurde doch schon für das kommende Jahr eine einzusparende Summe von 800 Millionen prognostiziert - das bedeutet auch für das chronisch dünnbudgetierte Berlin: Der Gürtel wird eng, und das können dann schon ein paar Spreegärten sein. Fragt sich bloß, ob sich der Charakter dieser Stadt, die sich selbst ihre Kreativität auf die Fahnen stickt, erhalten bleiben wird, wenn die Freiräume für Kreative und das simple öffentliche Zusammenkommen weiterhin so eingeschränkt werden, Macherinnen und Macher vor den Kopf gestoßen und nicht-transparente Verhandlungen geführt werden, bis man irgendwann überall nur noch wohnen kann - das kann man in anderen Städten nämlich auch.

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